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Lösung mit einem Hintertürchen
Auszug aus der Pforzheimer Zeitung, Ausgabe Mühlacker vom 01.12.2009

Stammschule: In Wiernsheim soll die Grund- und Werkrealschule Heckengäu entstehen, Mönsheim soll Werkrealschul-Außenstelle werden. PZ-Archiv
Wurmbergs Gemeinderat segnet Alternativmodell zur alternierenden Einschulung bei Werkrealschule ab
WURMBERG. Um beim Roulette um die Werkrealschulen nicht im Regen zu stehen, haben sich Heckengäu-Bürgermeister und Schulleiter nun auf eine Alternative geeinigt. Die alternierende Einschulung halten sie dennoch für besser.
Silke Fux
Der Alternativ-Vorschlag wurde erarbeitet, falls die alternierende Einschulung zwischen Wiernsheim und Mönsheim vom Regierungspräsidium abgelehnt werden sollte. Gleichzeitig machten Bürgermeister und Schulleiter die Begründung für die alternierende Einschulung wasserdicht, denn diese halten die Beteiligten für sinnvoller. Bürgermeister Helmut Sickmüller stellte nun im Wurmberger Gemeinderat den erarbeiteten Beschlussantrag vor und ließ auf Wunsch Ulrike Althaus (CDU) einzeln abstimmen.
Zweiermodell findet Zustimmung
Denn wie auch Erwin Heger (NWV) wurmte die Gemeinderätin, dass es nach der Kooperation eine Grund- und Werkrealschule Heckengäu in Wiernsheim und eine Grundschule Mönsheim mit Außenstelle der Werkrealschule Heckengäu geben soll. Die beiden Wurmberger Gemeinderäte plädierten für drei getrennte Schulen: Für eine von der Werkrealschule getrennte Grundschule in Wiernsheim, eine Werkrealschule mit Sitz in Wiernsheim und einer Außenstelle in Mönsheim sowie der getrennten Grundschule in Mönsheim.
"Wir sind Träger der Verbandsschule Platte und unsere Schulkonferenz und die Gesamtlehrerkonferenz sind für eine Grund- und Werkrealschule Heckengäu in Wiernsheim und eine Grundschule Mönsheim mit Außenstelle der Werkrealschule Heckengäu", machte Sickmüller deutlich. Außerdem gebe es in Wiernsheim keine Räumlichkeiten für ein getrenntes Rektorat der Grundschule. "Das Rektorat war seit 1981 im Gebäude der Hauptschule", betonte der Bürgermeister.
Er verwies darauf, dass Gemeinden wie Friolzheim, Mönsheim, Wimsheim und die Appenbergschule zwar das Modell mit drei Schulen bevorzugen, aber dass diese auch das Zweier- Modell mittrügen, wie es nun im Beschlussantrag stehe. Bei dem Zweier-Modell spare auch das Land Geld ein, nämlich das Geld für eine dritte Schulleitung. Schließlich segnete der Gemeinderat auch diesen Punkt des Beschlussvorschlags und somit mehrheitlich das Zweier-Modell ab, das dem Regierungspräsidium so vorgeschlagen werden soll. Falls die Schulbehörde die alternierende Einschulung zwischen Wiernsheim und Mönsheim ablehnt, baut man mit einer horizontalen Teilung der Werkrealschule vor. Dann sollen die Klassenstufen fünf bis sieben zweizügig in der Außenstelle Mönsheim und die Klassenstufen acht bis zehn zweizügig in der Stammschule in Wiernsheim geführt werden.
Vorschlag greift nur im Notfall
Doch dieser Vorschlag soll nur im Notfall greifen, denn die Gemeinden wollen die alternierende Einschulung. Dabei würden die Fünftklässler abwechselnd in Wiernsheim und in Mönsheim eingeschult und dort bis zum Ende ihrer Schullaufbahn, der zehnten Klasse bleiben. Begründet wird dies mit dem selben Klassenverband: Lehrer kennen die Schüler über die Jahre besser. Dadurch werde eine bessere Berufsorientierung ermöglicht. Auch die ausgewogene Benutzung der Schulräume wurde angeführt, in deren Modernisierung hätten die Schulträger schließlich viel Geld investiert. Genannt werden außerdem der Erhalt des jeweiligen Schulprofils und das pädagogische Konzept. Aufgrund der gleichen Lehrpläne und Stundenzahl in den jeweils gleichen Klassenstufen seien zudem die Busverbindungen besser zu koordinieren.
Mit der Bildung des Schulbezirks "Friolzheim-Mönsheim-Wiernsheim- Wimsheim-Wurmberg", der zunächst bis 2016 Gültigkeit besitzt, möchten diese Heckengäugemeinden dafür sorgen, dass alle schulpflichtigen Kinder aus den beteiligten Gemeinden, die nicht das Gymnasium oder die Realschule besuchen, nicht an andere Werkrealschulen abwandern, auch wenn die bisherigen Schulbezirke aufgelöst werden.
Dateien:
- PZ_Ausgabe_Muehlacker_01.12.09.pdf [243 KB]