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Historie.

Die Entwicklung der kommunalen Energiepolitik.

Die Gemeinde Wiernsheim hat sehr früh die Notwendigkeit zum Handeln erkannt und wurde oftmals nur belächelt. Inzwischen blickt Wiernsheim auf eine mehr als zwanzigjährige erfolgreiche kommunale Energiepolitik sowie die Teilnahme an nationalen und internationalen Forschungsprojekten zurück und ist zum Vorbild für viele andere Kommunen geworden.

Hofeingang mit Torbogen mit Blumen umrahmt

Torbogen am Eingang zur fränkischen Hofanlage im Ortsteil Wiernsheim

Chronologie der wichtigsten Ereignisse

vor 1985        Holznutzung aus dem Gemeindewald
1985-1994    Ortskernsanierung Wiernsheim
1994-1997    ExWoSt I
1994-2003    Ortskernsanierung Pinache
1995              Energiebilanz und CO2-Emissionen 1994
1995              Erstes Niedrigenergiehaus (Iptingen)
ab 1995         Energetische Gebäudesanierung im Ramen der
                      Ortskernsanierung
ab 1995/96    Solarenergienutzung
1996-1997    Untersuchung Windkraftpotenziale
1998              Erdwärmenutzung (1. Anlage in Pinache)
1998              Erstes „3-Liter-Haus“ (Wiernsheim)
1999              Biogasanlage Blessing
1999-2005    Ortskernsanierung Iptingen
1999-2000    Untersuchung der Nahwärmenutzung (Iptingen)
ab 2001         Kommunale Zuschüsse für erneuerbare Energien in der
                      Gesamtgemeinde
ab 2003         Deutlich erhöhte Nachfrage nach Holz aus dem
                      Gemeindewald
ab 2004         Aufbau Gasversorgung/Brennwerttechnik
ab 2004         Regenwassernutzung in Neubaugebieten
2004              Schadstoffminderung durch Umgehungsstraße Wiernsheim
ab 2005         ExWoSt II
2005              Stromerzeugung in der Kläranlage
2006              Energiesparende Straßenbeleuchtung
ab 2006         Umstellung Energieversorgung kommunaler Gebäude
2006              Erster Bauantrag für „Passivhaus“ (Iptingen)
ab 2006         Ortskernsanierung Serres
ab 2007         Ortskernsanierung Wiernsheim II
2007              Verabschiedung des Energieleitbildes, Links:

  • Energieleitbild
  • zur Rubrik "Energieleitbild"
    2007              Verleihung des silberner Europäischen Energiepreises
    2008              Präsentation des ersten kommunalen Energieberichtes

    kommunaler Energiebericht
    2008              Fortschreibung der Energie- und CO2-Bilanz aus dem Jahr 1994
                          für die Gesamtgemeinde Wiernsheim

    Energie- und CO2-Bilanz
    2008              100. Erdwärmebohrung
    2008              Erlangung des goldenen Europäischen Energiepreises
    2009              Inbetriebnahme des ersten Plusenergie-Kindergartens (Serres)

Teilnahme an nationalen und internationalen Forschungsprogrammen

Die Gemeinde Wiernsheim mit ihren Ortsteilen Wiernsheim, Pinache, Serres und Iptingen, wurde 1994 in das Forschungsfeld "Schadstoffminderung im Städtebau" des Programms ExWoSt (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau) des Bundesbauministeriums aufgenommen. Projektforscher waren das Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg sowie das DLR Stuttgart, Institut für technische Thermodynamik unter Mitwirkung der Universität Stuttgart. Schwerpunkt der Forschungsarbeit war die Schadstoffminderung im alten und neuen Gebäudebestand sowie im Verkehrsaufkommen. Die Potentiale von Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien wie Blockheizkraftwerke (BHKW), Solare Wärme, Biomasse, Photovoltaik und Windkraft, wurden für die Gesamtgemeinde entwickelt.

Die Ergebnisse des Forschungsfeldes wurden im Jahre 1998 durch das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau veröffentlicht. Als Folge dieses Forschungsfeldes wurde die Gemeinde Wiernsheim von der KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN in Brüssel in einen neuen Forschungsauftrag eingebunden. Ziel dieses Vorhabens war die Entwicklung und Umsetzung eines Kommunikationskonzeptes als Anschub zur Nahwärmeversorgung im Gebäudbestand von Landgemeinden (EUKOM).

Beim notwendigen Strukturwandel in der Energieversorgung nimmt die so genannte Nahwärme eine Schlüsselposition ein. Eine wesentliche Vorbedingung für Nahwärme ist eine Siedlungsstruktur, die hinsichtlich der Bebauungsdichte für den Aufbau eines Wärmeverbundes geeignet ist. Um die Anschlusskosten für jeden Hausbesitzer so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten, ist eine möglichst hohe Anschlussdichte erforderlich. Voraussetzungen hierfür sind eine einigermaßen dichte Bebauung sowie wiederum eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung. Und die erreicht man nur durch Aufklärung und Information.

Der Wiernsheimer Ortsteil Iptingen hat daher als Modellgebiet von November 1998 bis Oktober 2000 an dem von der Europäischen Union geförderten Projekt ?Entwicklung und Umsetzung eines Kommunikationskonzepts als Anschub zur Nahwärmeversorgung in Landgemeinden? teilgenommen. Neben zahlreichen Energieinformationsabenden, in deren Rahmen ein mögliches Nahwärmekonzept vorgestellt wurde, konnten sich die Bürgerinnen und Bürger auch an Hand eigens hierfür erstellter Modelle einen Einblick in die wesentlichen Komponenten eines solchen Versorgungsnetzes verschaffen.

Auf diese Weise entwickelte sich in der Gemeinde eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Nahwärme, was zunehmend positive Auswirkungen auf die Akzeptanz hatte. Dass es trotzdem noch zu keiner Realisierung eines Nahwärmenetzes kam, lag im Wesentlichen daran, dass die Nachrüstung in Altbaugebieten nach wie vor mit einem hohen Kostenaufwand verbunden ist. Dessen ungeachtet dürfte die Nahwärme gerade in Neubaugebieten von Wiernsheim zukünftig eine interessante Alternative zu anderen Versorgungsnetzen sein.

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